commune survivor


Sa, 2017-08-19

}Die 2. Nacht im Auto, auf einem Feldweg. Nachdem der schön verdeckte Schlafplatz auf der Betonplatte mit dem Strauchkompost mit einem Findling blockiert war{

Eine Leere überkommt mich manchmal, die ich da in Verbindung bring, dass mein Lebenskonzept "Kommune" nicht mehr gilt, dass es gescheitert ist. Aber wahrscheinlich ist es eine innere Leere, die schon immer da war. Es ist ein Gefühl, als ob ich auf den Start des richtigen Lebens warten würde - und da ist die Jugend, die das ermöglichen würde schon vorbei...

Der Aussenteich:

Ich hielt es nicht mehr aus, dass meine Fischpläne nicht zum Zug kamen, und fing an, einen kleinen Teich zu graben. Hilfe gab es nicht und ich grub in einer gewissen Wut. Es machte zwar Spass, aber war ein einsames Projekt. Inzwischen weiss ich, dass ich viel mehr Werbung für mein Projekt hätte machen müssen, ständig darüber reden, eine Scheibe aus der allgemeinen Aufmerksamkeit schneiden.

Doch gegenüber einem dauerbabbelnden Gärtner war es wie überall: keine Chance für stille Gemüter. Ich grub, barfuss im Schlamm stehend, einen Einlauf, in dem ich das Bach-Rinnsal vertiefte, und eine tiefe Stelle, damit die Fische überwintern konnten.

Die Gemeinschaft trat nur durch die Auflage in Erscheinung, einen kindersicheren Zaun rundum zu bauen und den Baum, der den Teich verschattete, nicht zu fällen. Eigenlich kamen an diese Stelle keine unbegleiteten Kinder, aber da auf dem Gelände einmal früher ein Kind in einer Pfütze ertrank, kam ich der Auflage nach. Der Teich hatte zwar seinen Platz bei den Führungen, wurde aber sonst nicht besucht, ausser von Waschbären, die alle Goldfische frassen.

Später baute ich mit einem Kind ein Baumhaus am Teich, wir starteten mit 3 Erwachsenen, bald war ich wieder allein...

Dann diente der Teich wenigstens als Biotop für Kröten usw., der Hassmüller trieb seinen Hund zum Baden rein, der auch den Weg drumherum verkotete.

Das 2. Riesengewächshaus:

Es bekam einen Riss in die Folie, der bald ein grosses Loch wurde. Nur durch Neu-Bespannen würde es halten, und dafür setzte ich mich ein. Ich sollte ein Segment zur Probe bespannen. Ich bespannte erfolgreich. Das Plenum: Jetzt wäre nicht der Zeitpunkt, ich solle warten. Das Maxi-Gewächshaus stürzte im Sturm ein. Das Plenum zusammen mit egoistischen Prioritäten hatte das einmalige Bauwerk einstürzen lassen.

Das Beet:

""Wir schaffen es nicht" tönte der Hassmüller }Hassemeier{ wir sind froh über jeden, der ein Beet anlegt. Davor gab er mir den Tipp, Topinambur im Schatten eines Hauses anzubauen, was mich verwunderte, und es wuchs auch nicht, doch damals wusste ich noch nicht, dass der Gärtner gerne auch Leute belog.

Mein nächstes Beet funktionierte: Einmal im Jahr umgraben und ernten, dabei bilden die nicht gefundenen Knollen die neue Aussaat. Minimaler Aufwand, für ein allerdings blähendes Gemüse. So wenig Arbeitsaufwand muss ein Dorn im Auge der Gärtner gewesen sein: Sie verplanten das Beet ohne mich zu fragen.

Oldie:

Oldie hätte ich ausnahmsweise gar nicht aufgenommen, aber 2 Leute überzeugten mich, allein wollte ich nicht dagegen sein. Dieselben 2 Leute lästerten später am Lautesten. Oldie fiel zuerst auf, als er einen alten R16 nach dem anderen aufs Gelände stellte, bis es wie ein Schrottplatz aussahz. Also bekam er eine Halle, in der die Autos weiter rumstanden. Sie würden an Wert gewinnen, dachte Oldie, er dachte das als Einziger.

Beim Begrüsungstreffen fiel seine chaotische Art schon auf, mit seiner Damaligen hatte er einen Hund, der ständig den Begrüssungskuchen fressen wollte, ohne dass die beiden es verhinderten.

Es hatte jedoch eine extrem dicke Haut, kommunetauglich. Typisch war ein extra einberufenes Sonder-Plenum für seine Probleme, alle kamen, ausser Oldie. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass jemand so kaltschnäuzig sein kann. In den seltsamen Gestalten der Kommune ging er jedoch bald unter, es gab Schlimmeres.

} eine komplette Feinschreibmine leer... {

Oldie mit seiner dicken Haut hat jetzt eine gute Position, er schraubt ab und zu Autos, aber nicht die der Kommune (was Einiges an Tätigkeit wäre). Da er Kinder in der Kommune hat, ist seine Position nicht gefärdet.

Tanz:

Das war eine Freizeit-Beschäftigung für mich, Fitness und Flirten. In der Kommune brachten die Gärtner schnell eine Anti-Kunst-Stimmung. Tanz-Workshops mit Contact-Improvisation und Tango schliefen ein, es gab keine Beteiligung trotzdem sie vor Ort stattfanden.

Bald leistete ich mir 30 bis 45 min Fahrt in die Stadt zu Tanzen. Aber eine grosse Enttäuschung auch hier.

Auszeit:

Als die "Buchhalterin" mich in einer email der Falschabrechnung bezichtete, zog ich die Notbremse und stieg 1 Jahr aus. Ich hatte sorgfältig und zeitaufwändig Buch geführt, und dann das. Eine Krankenkassen-Nachzahlung, die nicht auswendig zuordnen konnte, war der Grund.